Plasti Dip – Tuning aus der Dose

Die Saison kommt näher, und der Chevy Van kriegt ein paar neue Schuhe. Da er ein reines Lastentier ist, und als Fluchtfahrzeug ans Meer viele Kilometer frisst, fiel die Wahl auf einen Satz polierter American Racing im Alcoa Design. Vorn 15×7 ET -6, hinten darf es mit 15×8  ET -19 etwas fetter sein. Klasse Preis-Leistungsverhältnis, designmäßig nix dolles. Übrigens schon der vierte Satz Felgen den ich über Carsten von www.americanwheel.de bezogen habe. Schwer empfehlenswert.

American Racing Alcoa Chevy Van G20

Der Van ist schwarz und insgesamt eher unauffällig, das soll auch so bleiben. Deswegen war mein Plan die Felgen schwarz Pulverbeschichten zu lassen. Carsten hatte den Tipp mit dem Plasti Dip Flüssiggummi Spray. Naja, eigentlich hatte er mir die Sprüh Folie von Folitec empfohlen, auf Facebook hieß es jedoch, dass Plasti Dip ergiebiger sein soll? Plasti Dip (und wohl auf das Produkt von Foliatec) ist eine Alternative zum folieren und beschichten. Das Material ist einkomponentiger und schnelltrocknender Flüssig-Gummi, der sich mit der Sprühdose auftragen lässt. Die ausgehärtete Gummischicht lässt sich ähnlich wie eine Folie rückstandslos wieder von den behandelten Teilen abziehen. Das Plasti Dip soll sogar als Schutzschicht geeignet sein. Nach einer kurzen Recherche orderte ich einen Karton über Amazon.

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Einen Tag später war das Set da, heute habe ich es getestet. Im Karton enthalten sind neben vier 400 ml Dosen auch ein Reinigungstuch und ein Fächer Pappkarten, mit denen man Felgen mit montierten Reifen zum dippen präparieren kann. Ich habe mich übrigens dazu entschieden, die Felgen ohne Reifen zu dippen. Von mehreren Seiten wurde mir bestätigt, dass Plasti Dip auch eine Reifenmontage überstehen soll. Wir werden sehen, Update dazu folgt. Ach, die Anleitung auf dem Karton fällt sehr dürftig aus, dafür ist ein QR-Code zu einer Anleitung im Web drauf. Egal, ich hatte mich vorher schlau gemacht.

Plasti Dip PLastiDip Flüssigfolie Flüssiggummi Pulverbeschichten Folie Sprühfolie Auto lackieren folieren Sprühdose Sprühkopf

Die Dosen müssen vor Gebrauch wirklich gut geschüttelt werden, empfohlen sind 2 Minuten. Außerdem sollten in der Halle mindestens  20°C herrschen. Die Felgen sollten sauber und fettfrei sein (obwohl im Internet Bilder kursieren die zeigen, dass Leute auch ganz ansehnliche Ergebnisse mit ziemlich runtergerockten Felgen erzielt haben). Bei den fabrikneuen Felgen hatte ich es einfach, bin nur noch mal mit dem mitgelieferten Lappen drüber. Der neigt übrigens zum fusseln, also Vorsicht an scharfen Kanten!

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Die Felge habe ich mir auf einem Turm Kartons so hingestellt, dass ich bequem drumherum laufen konnte. Los gings mit dem ersten Sprühdurchgang. Der Sprühkopf erzeugt einen breiten Strahl mit sehr feinem Nebel. Die erste Dose warf leider Kleckse, habe einfach den Sprühkopf einer anderen Dose genommen. Was mich jedoch gewundert hat war, dass das Plasti Dip beim ersten Durchgang quasi null gedeckt hat, und eher einen silbernen Schleier über die Felge gelegt hat. Zu wenig geschüttelt?

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Auf dem Bild seht ihr eine Felge nach dem ersten Sprühgang. Weiter hinten ist schön zu sehen, wie der Lack nach mehreren Sprühgängen dann deckt. Alles ok also. Wichtig ist, den Lack kreuzförmig mit genügend Abstand aufzutragen. Nicht ungeduldig werden, wenn er in den ersten Durchgängen nicht deckt. Ich habe mir außerdem zu 3/4 leere Dosen zur Seite gelegt, und habe mit ihnen den Felgenrand gemacht. Da ich die Dose immer schräg halten musste um ins Felgenbett zu kommen, wollte ich unschöne Kleckse und sprotzen durch fast leer gesprühte Dosen vermeiden. Ich nutzte diese nur noch um vertikal zu arbeiten. Frisch lackierte Felgen legte ich immer wieder zur Seite. Hier ein kleines Filmchen dazu.

Um einen besseren Überblick darüber zu behalten, wie viele Durchgänge die einzelne Felge schon mitgemacht hatte, und ob die empfohlenen 10 Minuten zwischen den einzelnen Durchgängen schon um waren, habe ich mir die Lageplätze der Felgen mit Buchstaben markiert. Dann auf einem Stück Pappe die Zeiten notiert. Ja sicher, vielleicht schon ein bisschen to much, aber mich hat auch interessiert wie viele Durchgänge ich brauche bis der Lack deckt.

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Ärgerlich: Trotz größter Vorsicht bin ich ein mal mit der Dose an den Felgenrand gekommen. Ergebnis war diese Macke am inneren Felgenrand. Der Gummifilm ist kurz nach dem Auftragen noch sehr empfindlich, hier ist etwas Fingerspitzengefühl von Nöten. Die Macke war nach drei weiteren Durchgängen verschwunden.

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Nach acht Sprühgängen ein solides Ergebnis. Klar, der Lack ist noch feucht. Die Beschichtung macht jedoch schon jetzt eine gute Figur, sieht ziemlich satt aus.

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Hier eine Nahaufnahme. Der Lack kommt einer Beschichtung schon sehr nahe, die Oberfläche ist bei genauem Hinsehen rau und wirkt fast wie mit einer Folie überzogen.

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Einen kleinen Test machte ich außerdem mit den Nabenkappen, die aus verchromten Plastik bestehen. Problemlos, deckt auch um einiges besser als auf der polierten Felge.

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Was mir noch aufgefallen ist:

  • Nächstes mal werde ich auf jeden Fall einen Mundschutz besorgen. Ähnlich wie normaler Sprühlack dampft das Zeug natürlich ordentlich. Bei einem Sprühdurchgang lag mein Handy auf dem Tisch, danach war auf dem Display deutlich die herumgenebelte Beschichtung zu spüren.
  • Der ebenfalls bei Amazon erhältliche Dosengriff scheint mir eine gute Investition, vor allem wenn ihr mehr als einen Satz Felgen machen wollt. Damit arbeitet es sich sicher bequemer.
Fazit bisher: Die Flüssigfolie lässt sich sehr gut verarbeiten. Morgen werde ich mir das Ergebnis noch mal bei Tageslicht anschauen. Spannend wird’s bei der Reifenmontage. Bin gespannt ob das Plasti Dip das ohne Beschädigungen mit macht.Sollte es halten was es verspricht ist es natürlich eine feine Alternative zum kostenaufwändigen beschichten und lackieren. In den USA gehen die Leute übrigens recht steil auf das Zeug, dippen sogar ganze Autos: http://www.youtube.com/user/DipYourCarcom.Der Vorteil ist ganz klar, dass man die Gummischicht rückstandslos wieder abziehen kann. Eher ungeeignet ist diese Form des Sprühdosentunings sicher bei Motorteilen die Hitzer produzieren und bei Elementen die stark beansprucht werden bzw. die beweglich sind. Hier dürfte die Gummischicht sehr schnell aufgeben.

Wir werden sehen, werde diesen Beitrag regelmäßig updaten.

 

Weitere Links:

http://www.facebook.com/PlastiDipGmbH/

http://www.foliatec.com/produktinfo/spruehfolie/

 

Disclaimer: Für diesen Beitrag wurde nix gesponsert, alles selbst bezahlt und aus eigenem Interesse ausprobiert.

6 Comments on “Plasti Dip – Tuning aus der Dose

  1. Hi, deine Felgen sehen toll aus.
    Hast du mit einer Dose 8Schichten sprühen können?
    Gruss

  2. Yo, das sollte möglich sein. Habe erst mit einer Dose 4 Schichten an einer Felge gesprüht und habe dann die 8 Schichten mit allen drei Dosen gesprüht. Sollte also sogar mehr drin sein.

  3. Wow da muss man sich jetzt keine mühe macht, die Felgen zu Waschen, polieren und dann mit einem Lack Spray Lackieren. Kann man eigentlich auch mit Plasti Dip andere Sachen wie z.B. GT Streifen auf das Fahrzeug machen bzw. auf die Motorhaube? Als wie ich gesehen hab gibt es im Amazon auch andere Farben wie z.B Rot, Blau und Grün und natürlich auch Schwarz alle Matt. Müsste mal ausprobieren bei meinem Felgen aber die Frage ist kann man auch auf das Fahrzeug das Plasti Dip machen?

    MfG Vitali

  4. Hallo Sven,
    Reifenmontage überstanden?
    Danke!

  5. Hallo,
    habe erst gestern von diesem “Wundermittel” erfahren und mal gleich das Netzt bemüht. Dabei bin ich über deine Seite gestolpert. Ich muss sagen, riesen Ding was du und andere User machen. Ohne Leute wie euch, würden viele Leute im Dunkeln tappen. Auch deine am Rande bemerkten Tipps, weltklasse.
    Danke und mach weiter so. Finds echt klasse.

    Hält das Zeug ne Waschanlage/handwäsche problemlos aus?

    Gruß
    Darg

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