Facebook Timeline – der nächste Schritt zum Internet im Internet?

In wenigen Tagen wird Facebook nun die angekündigte Umstellung des Userprofils in das neue Timeline Layout für alle Nutzer ausrollen. “So erzählt man die ganze Geschichte seines Lebens auf einer einzigen Seite.” Auf der f8 verkündete Mark Zuckerberg, wie sich das beliebteste Soziale Netzwerk der Welt künftig ändern wird. Und die Änderungen haben es mächtig in sich. Denn, Facebook geht damit den nächsten Schritt zum Netz im Netz.

Die Facebook Timeline

Was ändert sich? Vom “Hier und jetzt”-Profil zur Lebensgeschichte

Mit dem neuen Facebook Timeline Layout ändert sich die Ansicht des gewohnten Nutzerprofils auf Facebook von Grund auf. Die gewohnte Ansicht mit dem Pinnwand Stream, die erst kürzlich eingeführte Fotoleiste darüber und die Navigation links verschwinden.

Auf dem neuen Profil im Timeline Stil sind die Funktionen völlig neu aufgeteilt. Ganz oben hat der Nutzer Platz für ein eigenes Titelbild, daneben direkt die Timeline Navigation. Hier ist es nun möglich, alle ins Nutzerprofil geposteten Inhalte nach Jahrzehnten unterteilt zu durchsuchen. Es offenbart sich das Konzept hinter dem Timeline Profil: Während im alten Layout Postings ziemlich schnell im digitalen Nirvana hinter dem Link “ältere Beiträge” verschwanden, ist es nun möglich, bequem den gesamten digitalen Lebenslauf auf Facebook zu durchstöbern.

Ereignisse, die vor dem Facebook Beitritt stattfanden, können nachgeflegt werden. Von der Geburt an. In der Mitte des Profils sitzt die Timeline Zeitleiste, links und recht davon angeordnet die Beiträge im jeweiligen Zeitabschnitt. Mit einem Klick auf eine leere Fläche der Timeline lassen sich Ereignisse nachträglich eintragen und so zurückdatieren.

Über ein Stern-Icon am Rande jedes Postings ist es weiterhin möglich, das Posting zu einem wichtigen Ereignis auf der persönlichen Timeline zu machen. Das markierte Posting nimmt nun den gesamten Bereich des Profils ein, und ist für jeden als wichtiges Lebensereignis erkennbar.

 

Was steckt hinter dem neuen Timeline Feature?

Home is where your data is!

Das Facebook-Profil wird zum digitalen Tagebuch. Das Netzwerk bietet dem Nutzer ein wirklich hübsches Tool an, um brav sein gesamtes Leben auf der Zeitleiste zu arrangieren. Damit schafft sich das Social Network ein weiteres Killerargument für jeden Nutzer, sich nicht nur dort anzumelden, sondern auch dort zu bleiben! In den letzten Jahren erlebten wir eine Art der digitale Evolution: Zwischen 2006 und 2008 suchten sich die Nutzer unter den vielen Social Networks eines aus, meist das, bei dem Freunde und Bekannte bereits angemeldet waren. Auch spezialisierte Netzwerke wie etwa das eher musik- und künstlerorientierte MySpace hatten regen Zulauf. Die Auswahl war satt, in mehreren Netzwerken gleichzeitig aktiv zu sein war nichts Ungewöhnliches.

Etwa 2009 setzte dann nach der großen Anfangseuphorie so etwas wie eine Social Media Besinnung ein. Viele Nutzer hatten schlichtweg keine Lust mehr auf Flickr Fotos hochzuladen, auf dem regionalen Stadtportal Partyfotos zu kommentieren und ihre Freunde auf studiVZ zu gruscheln. Profile verwaisten und die Masse der Nutzer bündelte sich auf einigen, wenigen Plattformen. Das Hauptargument der Nutzer nach wie vor: Ich bewege mich in den Netzwerken, in denen ich die meisten realen Freunde oder virtuelle Bekanntschaften mit gleicher Wellenlänge treffe.

Facebook war eine dieser Plattformen. Nun schafft es sich mit dem Timeline Profil ein weiteres, mächtiges Feature, die Nutzer an sich zu binden. Nämlich ihre Daten. Denn, wer sich einmal die Mühe gemacht hat, und seine für ihn persönlich wichtigsten Events, Erinnerungsfotos und Meilensteine in sein Timelineprofil eingepflegt hat, der wird sich schon rein emotional jede Profillöschung ganz genau überlegen. Erst recht, wenn andere, ihm nahestehende Nutzer, in Form von Likes und Kommentaren darauf reagiert haben.

 

Sharing is Caring!

Nutzerbindung mit schwer emotionalisierten Geschützen

Auffallend bei der Präsentation des Timeline-Features war, mit welcher Emotionalität dem User das neue Tool nähergebracht wurde: die Geschichte des Profilinhabers von der Geburt an, über dessen Schulabschlussfeier, der ersten Liebe, die er später heiratet, das erste Kind und dessen erste Gehversuche und Worte bis in die Gegenwart als stolzer Papa.

Das Introvideo von Facebook passt ins Gesamtbild rund um das Timeline Profil. Die Ansprache ist extrem emotional und geht schon ein bisschen ans Herz. Dem Nutzer wird suggieriert “Hey, sind Dir Deine Erinnerungen nicht wert, sie festzuhalten und für Deine Freunde sichtbar zu machen?”.

Auch das Google Chrome Introvideo “Dear Sophie” kommt im ähnlichen Stil daher:

Wem das alles zu platt ist, der sollte sich diesen Kurzfilm “A Life on Facebook” anschauen:

 

Und die Nutzer?

Shitstorm in 3 … 2 … 1 …

Die massive Veränderung von elementaren Teilen der Plattform ist Facebook entweder als extrem mutig oder ziemlich kaltschnäutzig zuzurechnen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Nutzer bereits schon bei sehr viel kleineren Änderungen auf die virtuellen Barrikaden stiegen. Etwa in Form von eigens für den Protest gegründeten Facebook Gruppen wie “PLEASE GIVE US OUR OLD NEWS FEED BACK!“, die über 532.000 Anhäger zählt.

Logisch, erfahrungsgemäß legt sich dieser Protest nach wenigen Wochen wieder. Wir werden wieder erleben, wie Nutzer, die zuvor ihre Abmeldung bei Facebook mit Blut unterschrieben haben, auf einmal die größten Fans der neuen Features sind. Wie es sich jedoch bei einer so gravierenden Änderung wie dem Switch auf das Timeline Profil verhalten wird, bleibt abzuwarten. Ich erwarte ehrlich gesagt alles, vom BILD Titel “So funktioniert das neue Facebook” bis hin zur ARD Extrasendung zu den neuen Features. Interessanter, als der meist schnell abflachende Shitstorm gegen die rein äußerlichen Änderungen, dürfte zu beobachten sein, wie die Nutzer auf die voll automatisierte Protokollierung Ihrer Mediennutzung durch die neuen Social Apps reagieren werden.

 

Die neuen Apps:

Statt nur liken – Die Nutzer digitalisieren ihr Tun auf Facebook

Eine weitere spannende Änderung ist die Erweiterung der Apps. Mit der Einführung des Like Buttons und dessen Erweiterung für das ganze Internet hat Facebook den Grundstein gelegt, um die Plattform für Empfehlungen von außerhalb zu öffnen. Nun wird angebaut – mit der Erweiterung des OpenGraph und den Social Apps wird es zukünftig möglich sein, praktisch jedes Verb, dass von Facebook freigegeben wurde, für Apps zu nutzen.

Nutzer können dann also ihren Freunden nicht mehr nur per “Like” zeigen, was ihnen gefällt, sondern können auch teilen, was sie gerade über www.spotify.com hören, welche Rezepte sie mit www.foodily.com kochen, wann und wo sie wie lange über die www.nikeplus.com App laufen und so weiter. Praktisch jede jugendfreie Aktion ist dann mit einer passenden App auf Facebook verknüpfbar. Clever: Nach einmaliger Freigabe kann eine App voll automatisiert posten. Es ist danach also keine Nutzeraktion mehr nötig, um die gesamte Playlist ins Social Web zu übertragen.

 

Ich share, also bin ich!

Der Share als Ausdrucksform einer digitalen Gesellschaft 

Diese Erweiterung der Social Apps kommt dem schon sehr nahe, was Frank Schmiechen auf unserem beesocial Event zur Zukunft des Internetzes sagte: Alles ohne digitale Entsprechung wird verschwinden. Auf die neuen Social Apps von Facebook übertragen würde das bedeuten, dass Erlebnisse, die sich nicht mit einer App teilen lassen, in der Attraktivität deutlich sinken? Zeig’ mir was Du postest und ich sage Dir, wer Du bist! Mit jedem Share feilt der User an seiner digitalen Reputation und hilft ganz nebenbei Dritten dabei, ein immer schärferes Bild von ihm als Mensch aufzuzeichnen.

 

Das Internet wird zum Betriebssystem

Facebook auf dem Weg zum Netz im Netz

Schaut man sich die neusten Erweiterungen von Facebook mal genau an, dann wird eines doch ganz klar: Facebook ist auf dem besten Wege, weit mehr zu sein als nur ein Social Network. Vielmehr wird die digitale Verbindung mit anderen Menschen als Basis genutzt. Die Nutzer haben hier die wirklich schön gelöste Möglichkeit, ihre digitale Indentität mit Interaktionen zu formen und zu schärfen. Wo gehe ich Cafe trinken, welche Musik höre ich, in welchen Shops kaufe ich ein und welches Buch lese ich. Das sind nicht erst seit dem Web 2.0 elementare Bestandteile einer soziodemografischen und verhaltensbezogenen Segmentierung. Konsum und Freizeitaktivitäten als Differenzierungsmittel. Diese Mechanik wird von den neuen Social Apps clever aufgegriffen. Und ganz nebenbei genutzt, um  Menschen zu Markenbotschaftern zu machen. Denn selbstverständlich kann die Musik, die mein Kumpel hört, nicht ganz verkehrt sein. Und natürlich wird die digitale Meldung über einen gehörten Song zukünftig auch gleich mit einer Abruf- oder Kaufmöglichkeit im Musikportal oder Onlineshop verlinkt.

Alle reden vom Fortschritt, aber das Internet entwickelt sich zurück

Gelingt dies, ist das auch ein riesiger Schritt hin zum Netz im Netz, dass das Internet, so wie wir es kennen, nur noch als reines Betriebssystem nutzt. Ich muss Facebook künftig nicht mehr verlassen, um auf dem Laufenden zu bleiben, das Internet wird reduziert auf seine technischen Eigenschaften der Datenübermittlung.

Wer die Entwicklung des Netzes verfolgt, der wird schnell feststellen, dass wir uns in bestimmten Teilen zurückentwickeln. Auf der einen Seite steigt die Verfügbarkeit des Internet rasant. Vom krächzenden 56k Modem am heimischen Rechner seinerzeit bis zum heutigen Breitbandanschluss mobil auf dem Smartphone. Mit neuen und einfach bedienbaren Tools zur Nachrichtenübertragung wie etwa Twitter und Self Hosted Blogs, sehen wir uns derzeit einer Nachrichtenflut ausgesetzt, aus der es unmöglich erscheint, die wichtigen Infos herauszufiltern.

Das eingezäunte Internet der 90er

Wir hatten es bereits, das Nichtschwimmerbecken für Internetanfänger. Blicken wir zurück, in den 90ern lag seinerzeit fast jeder TV-Zeitschrift auch eine CD mit der AOL-Einwahlsoftware bei. Diese installierte einen Zugang zum Internet auf dem heimischen Rechner. Wenn alles gut ging, dann erschien nach ein paar Piep- und Dröhngeräuschen aus dem Modem das AOL Portal auf dem Bildschirm. Hier gab es alles, was das Internet interessant machte: Nachrichten, Entertainment, E-Mail, Chats und Foren. Alles innerhalb der AOL Welt, das eigentliche Internet war nur ein Weltkugel-Symbol in der Werkzeugleiste.

Klickte man den Button, so wurde man auf einer leeren Browserseite ausgespuckt und war sich selbst überlassen. Man munkelte, dass hier neben diversen Erwachsenenunterhaltungsangeboten und Bombenbauanleitungen auch Viren, Trojaner und die damals so gefürchteten Dailer* lauerten. Ein abenteuerlicher Ort war es, dieses Internet. Meist waren die Erfahrungen dort dann aber auch mit so viel Frust verbunden, dass man sich schnell wieder in die heile und betüdelte Welt des AOL Portals zurückflüchtete.

*Als das Internet noch wie ein Telefongespräch per Minute abgerechnet wurde waren sogn. Dailer kleine Einwahlprogramme, die unbemerkt teure 0190 Nummern anwählten und so zu astronomisch hohen Kosten bei den Geschädigten führten.


Nicht zuletzt dank der Suchmaschine Google und immer besseren Webseiten und Angeboten hielt die schöne Welt der Onlineportale nicht lang – sich per Einwahlsoftware und Portal im Netz zu bewegen, galt recht schnell als massiv uncool. Die Portale konnten immer weniger abbilden, was das Internet da draußen zu bieten hatte.

Was damals als Muttersöhncheninternet verpöhnt war, kommt wieder in Mode. Mittlerweile wünscht sich der Otto-Normal-Nutzer eher wieder zurück in eine behütete Ecke des Internets mit AOL-Lotsen*. Eine Umgebung, in der er nicht nur vor bösen Viren und Betrugsversuchen geschützt ist, sondern in der er auch mit den wichtigen und nützlichen Informationen aus dem Internet versorgt wird. Obwohl versierte Internetnutzer nun laut aufschreien und die Vielfalt des Netzes lobpreisen werden – für weniger fitte Nutzergruppen stellt das Internet leider immer noch (und immer mehr) eine Gefahr dar. Und diese Nutzergruppe erstreckt sich von Heranwachsenden bis zum rüstigen Silversurfer.

* Die AOL-Lotsen waren in den 90ern die Aufpasser auf dem AOL-Portal. Andere Internetnutzer, die von AOL beauftragt wurden, um in Chats und Foren für Ordnung zu sorgen. Sie schmissen störende Nutzer aus dem Internet oder sperrten bei schweren Verstößen sogar deren Account.

 

Fazit: Kampf der Giganten ums Monopol

Facebook – mehr Internet braucht in Zukunft doch kein Mensch?

Ich glaube fest daran, dass die Big Player ihre Strategie schon längst darauf ausgerichtet haben, dem Nutzer ein eigenes, besseres, weil bequemeres Internet anzubieten. Das zeigt sich nicht nur beim brutal wachsenden Facebook, sondern auch beim Giganten Google. Mit seinen Cloud Services stellt er doch eine ziemlich smarte und kostenlose Arbeitsumgebung zur Verfügung, und plant, Inhalte und Empfehlungen aus seinem neuen Netzwerk Google+ künftig in Suchergebnisse zu integrieren.  Es geht jetzt um nicht weniger als die Vormachtsstellung im Internet. Wer bietet dem Nutzer zukünftig das ultimative All-Inklusive-Rundum-Sorglos-Internet? Wer den Usern das bietet, um den kommen auch Unternehmen und Marken nicht vorbei.

 

 

Links:

Wie man das neue Timeline Profil jetzt schon einstellt, steht hier gut beschrieben: http://www.chip.de/bildergalerie/Anleitung-So-aktivieren-Sie-die-Facebook-Timeline-schon-heute-Galerie_51838874.html

Infos zum Rechtsstreit, der den Timline Start verzögert gibt’s hier: http://t3n.de/news/facebook-timeline-start-wegen-rechtsstreit-verschoben-334075/

 

Leseempfehlungen zum Thema:

Facebooks Weg zum eigenen Internet http://www.sueddeutsche.de/digital/umfassende-aenderungen-beim-freundschaftsnetzwerk-facebook-wird-zum-eigenen-internet-1.1147897.

Warum die Facebook-Monokultur scheitern muss http://www.sueddeutsche.de/digital/neuerungen-beim-sozialen-netzwerk-warum-die-facebook-monokultur-scheitern-muss-1.1148087-2

Wie die digitale Welt den Bildungsbürger verändert http://www.sueddeutsche.de/digital/identitaet-in-zeiten-der-facebook-timeline-wie-die-digitale-welt-den-bildungsbuerger-veraendert-1.1153966

Musik- und Videodienste werden integriert http://www.internetworld.de/Nachrichten/Medien/Social-Media/Facebook-praesentiert-Timeline-Geheimnis-enthuellt-60154.html

f8-Keynote: Facebook erfindet sich neu! http://t3n.de/news/f8-keynote-facebook-erfindet-neu-332255/

Facebook: Der Masterplan des Mark Z http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2011/09/22/facebook-wird-medienplattform.aspx

Mein Leben auf der Facebook Timeline http://lumma.de/2011/09/23/mein-leben-auf-der-facebook-timeline/

Facebook Timeline, Facebooks Schicksal http://www.indiskretionehrensache.de/2011/09/facebook-timeline-f8/

29 Comments on “Facebook Timeline – der nächste Schritt zum Internet im Internet?

  1. Du hast dich da vertippt, die Dinger hießen Dialer und nicht Dailer ;) (Oh mein Gott, wie lange hab ich nicht an sowas gedacht?)

  2. Klasse Artikel!
    Gefällt mir echt sehr gut, muss mir bei Gelegenheit mal die Videos angucken.

    Also ich bin immer offen für neues, freu mich also auf die Timeline :)

    Auch wenn ich Facebook in letzter Zeit eher etwas fragwürdig finde, da einiges öfter nicht reibungslos funktioniert und ich mir denke, die sollen mal nicht mit Servern geizen hehe^^

    Persönlich würde ich mich einerseits freuen wenn G+ Facebook bald ablöst, wobei das wohl noch länger dauern könnte, bzw evtl nie wirklich passieren wird.

    Bis dahin… ;-)

  3. Sehr schöner und echt umfassender Beitrag! Coole Video- und Linksammlung Danke, Sven!

  4. Super Artikel, vielen Dank dafür. Bin jetzt nur drüber geflogen aber werde bei Gelegenheit mal alles genauer NAchlesen und die Videos schauen. Auf jeden FAll weiß ich jetzt schon mal besser bescheid. Ich bin gespannt.

  5. Klasse geschrieben und interessante Auflistung von allem was da jetzt auf uns zu kommt. Ich nutze Timeline jetzt auch schon eine Weile und mir gefällt’s.. bin gespannt was da noch alles kommt. Irgendwie hat mich Google+ noch nicht so richtig überzeugt.

  6. Gibt es auch einen digitalen Grabstein, um die Timeline nach dem Ableben zu beenden/abzuschließen? Falls das Feature eingeführt wird, packe ich auf jeden Fall meine Login-Daten mit ins Testament!

  7. Matthias, sowas wird sicher kommen. Virtuelle Kondolenzbücher gibt es ja mittlerweile. Auch Services, die Social Media Profile von Verstorbenen löschen. Sicherlich ein heikles Thema an dass sich Facebook noch nicht so recht herantraut?

  8. Dein Fazit ist interessant: “Facebook – mehr Internet braucht in Zukunft doch kein Mensch?” Aber ich würde dem so nicht zustimmen. Für Leute, die sich ihren Bekannten und Freunden präsentieren wollen, sind die neuen Features von Facebook auf jeden Fall ein sehr wichtiger Schritt in eine neue, bessere Social-Media-Welt. Aber es gibt zudem auch noch zig Leute, die das Internet eben ganz anders nutzen. Und ob man die bei FB nachhaltig erreichen wird, das steht in den Sternen.

  9. “Damit schafft sich das Social Network ein weiteres Killerargument für jeden Nutzer, sich nicht nur dort anzumelden,
    sondern auch dort zu bleiben!”

    - Satzfehler! Richtig müsste es heißen:
    Damit schafft sich das Social Network ein weiteres Killerargument für jeden Nutzer, sich nicht dort anzumelden!

    “Wir werden wieder erleben, wie Nutzer, die zuvor ihre Abmeldung bei Facebook mit Blut unterschrieben haben,
    auf einmal die größten Fans der neuen Features sind.”

    Für den Großteil der Mainstream-Profilierer mag das wohl leider zutreffen. Aber es gibt auch vernünftig Denkende Menschen
    die dieses Spionage-Netzwerk, das die Abschaffung der Anonymität abschaffen will, nicht benutzt/benutzen möchte.

    “Hey, sind Dir Deine Erinnerungen nicht wert, sie festzuhalten und für Deine Freunde sichtbar zu machen?”.

    Das kann man auch ohne Facebook oder einem anderen Datenvermarkter, wo man dann auch seine Daten unter Kontrolle hat.
    Home is where your data is!!!!

    “Hier ist es nun möglich, alle ins Nutzerprofil geposteten Inhalte nach Jahrzehnten unterteilt zu durchsuchen.”

    - Gruselig. Wofür kämpfen Wir eigentlich gegen die Vorratsdatenspeicherung wenn dort jeder die Hosen runterlässt.
    Mit dem Schwachsinn “Ich hab nichts zu verbergen..” brauch keiner kommen, die Privatsphäre gehört geschützt.

    “Alle reden vom Fortschritt, aber das Internet entwickelt sich zurück”

    - Das gilt nicht nur für das Internet, sondern auch für die Fanatischen Social-Network-Lemminge…

    Aber die Benutzer wissen ja was Sie tun… ;)

  10. Björn, das ist klar. Ich lehne mich jetzt aber mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass dieser Teil der Internetnutzer bereits jetzt nur einen winzigen Anteil des Mainstreams darstellt. Und denen ist Artenviefalt im WWW eher schnurz.

    Martin, dass sich der mündige Internetzer in Anbetracht dieser Darstellung schüttelt ist klar. Aber leider haben wir in Deutschland immer noch keinen Internetführerschein und die Masse der Nutzer tappt den Entwicklungen relativ ahnungslos hinterher.

  11. Dann sollen FB und G+ eben KITA für Netzmuffel und Selbstdarsteller sein.

    Das Internet und seine Antriebsmotoren Informationbeschaffung und Pornografie können sie sowieso nicht ersetzen.

  12. “[..]und die Masse der Nutzer tappt den Entwicklungen relativ ahnungslos hinterher.”

    - und leider tragen viele Blogs dazu bei. Es gibt viel zu wenig Kritische Beiträge wenn man schon über “Soziale Netzwerke” schreibt.
    Aber solche Beiträge locken natürlich die Nutzer an und viele Blogger wollen ja auch mit dem schreiben Geld verdienen.

    P.S. Ich bin weder bei Facebook noch bei Google und habe auch niemals vor diese “Dienste zu nutzen”.

  13. Pingback: Entwickelt sich das Internet zurück?

  14. So viel neues steht hier jetzt aber nicht im Artikel, oder? Bitte nicht falsch verstehen, ich finde den Artikel schön geschrieben, aber mir fehlen die neuen Ansätze. Das Netz im Netz ist FB schon längst.

    Vielmehr wage ich die These zu bezweifeln, dass sehr viele User ihr gesamtes Leben in der Timeline nachtragen werden. Was sollen das denn für wichtige Daten sein? Geburt, Hochzeit, Schulausbildung, erste Freundin, erster Kuss, erster Sex, erstes Kind, zweites Kind, drittes Kind, viertes Kind, Scheidung, neue Ehe, neues Kind usw…

    Natürlich hast du recht, dass sich sehr viele Menschen erst beschweren und dann begeisterte Nutzer dieser neuen Features sind. Für mich lautete die Entscheidung: Stop! Aber das war nicht rationaler, sondern emotionaler Natur. Raus aus Facebook. Mir widerstrebt der Gedanke so viele Daten an einer Stelle gesammelt und verwertet zu wissen. Ich lebe noch, obwohl ich dachte dass mir etwas fehlen wird. Mein digitales Leben ist seit dem Verlassen von Facebook reicher als zuvor, weil mich dieses ganze Rauschen einfach nicht mehr interessiert. Mag es das Alter sein, keine Ahnung, aber wenn ich jetzt dann lesen müsste welches Lied du gerade hörst oder welches Essen du gerade kochst, etc. dann finde ich es inzwischen seltsam absurd und teils belustigend ;)

  15. @Floyd Glückwunsch zum Austritt und Willkommen in der Freiheit. Hoffentlich folgen noch viele…

  16. endlich zieht mal jemand den AOL-vergleich… nur eines darf man nicht vergessen: die postings facebook, twitter und google+ verlinken zum großen teil auf beiträge aus dem großen wilden weiten web, wie diesen zum beispiel. ein geschlossenes system würde erst daraus, wenn die inhalt auch nur alle innerhalb dieser social networks publiziert würden – was nicht ratsam ist, und das wissen die meisten, die im internet inhalte anbieten. (familienfotos sind damit nicht gemeint)

  17. Was passiert denn eigentlich mit den Seiten, die man für Vereine etc. in FB angelegt hat. Werden die auch umgestellt? Und die apps die man programmiert hat, muss man da das Layout dann wieder zurechtschnitzen? Würde mich echt freuen, wenn hier jemand bescheid weiss.

  18. Facebook plant ein Internet im Internet? Entwickeln die eine Alternative zum TCP/IP-Protokoll, oder wie? Leute, Begriffe klarkriegen! Das Web ist NICHT das Internet! Das Internet ist ein Zusammenschluß aus vielen Rechnern, die über das TCP/IP-Protokoll kommunizieren. Period. Andere Dinge wie das Web sind Dienste im Internet. Von daher ist das Gerede vom “Internet im Internet” nix als sachlich unsinniges Buzzword-Geschwätz!

  19. Schöner, ausführlicher Artikel. Den Vergleich mit AOL finde ich ganz passend, wobei wir mit Google schon eine ähnliche, vorgefilterte Systematik haben: Besonders bei älteren Nutzern sehe ich immer wieder, wie sie in Google “www.domainxy…” eingeben. Ähnliches passiert derzeit mit jüngeren Nutzern, die Facebook als Suchmaschine und Wissensquelle missbrauchen. Timeline wird, wie im Artikel schon gesagt, die Facebook-Bindung zum Nutzer weiter verstärken, klassische Websites und Domains werden weiter an Gewichtigkeit und Wert verlieren – für mich als Entwickler durchaus relevant, aber ich bin mir sicher, dass es auch eine Zeit nach Facebook geben wird. Vor 3 Jahren war gefühlt “jeder” noch im StudiVZ …

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