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Aus der Serie rund um Job & Ausbildungs “Perspektiven“:
Vielfältige Ausbildung beim Magistrat.
Beide sind Auszubildende des Magistrats: Nadine Scheidtmann und Björn Edlich von „Seestadt Immobilien“. Speziell in ihren Bereichen Elektronik und Anlagenmechanik kümmern sie sich um alle städtischen Gebäude. „Teilweise lernen wir auch etwas über Tischlerarbeiten“, berichten die beiden Azubis und Jobreporter für das SJ.Björn Edlich hatte bereits eine Ausbildung zum Elektroinstallateur in der Tasche, bevor er sich zum Anlagenmechaniker ausbilden ließ.
„Die Ausbildung ist sehr interessant, weil hier drei Bereiche zusammenkommen – Heizung, Klima und Sanitäres“, betont der 21-Jährige. Im Bereich Klima ist er aber weniger tätig. Überwiegend sei er bei Renovierungsarbeiten in städtischen Gebäuden wie Polizei und Schulen mit von der Partie.
„Denn wir sind nicht nur für Verkäufe von Grundstücken und Gebäuden zuständig, auch für die Bewirtschaftung“, sagt Frank Jacobsen, kaufmännischer Leiter Seestadt Immobilien.Rohre werden verlegt, Heizkörper und Waschbecken montiert und angeschlossen. Aber auch Hausmeistertätigkeiten fallen für den Azubi an: „Ich öle Türen, repariere Schreibtischschubladen, tausche Leuchtmittel aus und reinige auch mal den Hof“, schildert Björn. Jedenfalls wisse man vor Dienstbeginn nie so genau, was einem der Tag bringe.So sieht das auch seine Azubi-Kollegin Nadine Scheidtmann.
Ihre Ausbildung hat allerdings einen anderen Schwerpunkt, der mit Strom zu tun hat. „Ich lerne Elektroinstallateurin“, sagt die 22-Jährige, die in ihrer Berufsschulklasse die einzige Frau ist. Der Beruf werde noch immer als „Männerdomäne“ gesehen – da müsse man drüberstehen. Nadine findet es spannend, sich täglich der Herausforderung zu stellen, die gelernte Theorie in die Praxis umsetzen zu können. „Ich baue Schaltungen auf und lege die Zuleitungen“, berichtet sie. Vor Ort könne sie sich alles angucken, und der Geselle entscheide dann, was bereits zumutbar für die Auszubildende sei.Die Azubis Nadine und Björn sind im zweiten Ausbildungsjahr. Beide Ausbildungen dauern dreieinhalb Jahre.
„Man kann aber die Prüfung um ein halbes Jahr vorziehen“, sagt Elektroinstallateurmeister Ralf Gabcke. Voraussetzungen für die Ausbildungen sind gute mathematische Kenntnisse. „Auch handwerkliches Geschick und Physik sind gefragt“, wissen Nadine und Björn.„Eine Stelle für die Ausbildung zum Anlagenmechaniker ist für 2006 noch frei.“ Dafür bewerben können sich Interessierte beim Personalamt des Magistrats. „Praktika können ohne Weiteres gemacht werden.“
Von Britta Hirschberg, Sonntagsjournal
11. Mai 2007
Von Make-up bis zur Fußpflege – Keine Menschenscheu. Hier drehe sich nicht alles nur um Kosmetik. „Auch um Pflege, wie beispielsweise Fußpflege“, sagt Mareike Hoeder. Die 19-Jährige ist angehende Kosmetikerin und lernt im Bremerhavener Kosmetikgeschäft von Ruth Lucke. Als Jobreporterin für das SJ betont sie: „Scheu vor Menschen darf man in diesem Beruf nicht haben.“
Fußbäder auffüllen, Handtücher einsortieren, Nägel polieren oder lackieren, Kunden mit Hand-Salz-Peelings verwöhnen, Termine annehmen, Ware verkaufen und das Schaufenster dekorieren. „Das fällt derzeit hauptsächlich in mein Aufgabengebiet“, erzählt Mareike Hoeder, die Anfang August ihre dreijährige Ausbildung begonnen hat.
Schritt für Schritt wird sie an die Kunden herangeführt. „Mit der Maniküre geht es los“, sagt Chefin Ruth Lucke. „Das ist am einfachsten, um an die Kunden heranzukommen.“ Später gehe es an die Fußpflege und an das Zurechtmachen von Kunden: Je nach Wunsch würden dann Augenbrauen gezupft und der Pinsel zum Schminken geschwungen werden.
Um aber all dies vorab lernen zu können, übt Mareike an Kolleginnen und manchmal auch an treuen Kunden, die nichts dagegen haben. „Auch ich wurde von Kolleginnen geschminkt, damit ich mich besser in die Kundensituation hineinversetzen kann“, berichtet die 19-Jährige. „Und ich war erstaunt, wie sehr Kosmetika beziehungsweise Farbe ein Gesicht verändern kann.“
Ruth Lucke meint dazu: „Wenn wir zum Beispiel einer Kundin ein Hochzeits-Make-up auflegen, dann schminken wir erst einmal nur eine Gesichtshälfte, damit die Wirkung deutlicher wird.“ Vor allem zähle vordergründig, was für ein Typ die Kundin ist. „Aber das, sowie das dazugehörige Farbgefühl lernt man während der Ausbildung, sowohl im Laden wie auch bei Hausbesuchen.“ Angst vor Blut dürfe man zudem nicht haben. „Denn wir entfernen hier auch beispielsweise Hühneraugen.“
Damit hat Mareike aber keine Probleme. Sie ist froh, einen Ausbildungsplatz in ihrem Traumberuf bekommen zu haben, für den mindestens ein Hauptschulabschluss Voraussetzung ist. Nach der Ausbildung werde Mareike sicherlich in der Lage sein, ein Geschäft auch kaufmännisch leiten zu können, meint Ruth Lucke. „Außerdem kann man sich später, je nach Interesse, in verschiedenen Bereichen, wie Ernährungs- oder Gesundheitsberatung, weiterentwickeln und sich selbständig machen.“
Leider gebe es zurzeit viel zu wenig Ausbildungsplätze in diesem Bereich. „Deswegen besteht die Gefahr, dass die Landesfachklasse in Bremerhaven verlegt werden muss“, fürchtet die Kosmetikerin. „Es wäre schade, wenn diese Möglichkeit für die Ausbildung hier ganz wegfallen würde.“
(bhi, Sonntagsjournal)
11. Mai 2007
Aus der Serie rund um Job & Ausbildungs “Perspektiven“:
Firma Berding bietet den Auszubildenden im Groß- und Außenhandel Schulungen an.
„Offen für technische Neuheiten und kommunikationsfreudig sollte man sein“, sagt Malte Schriefer. Der 20-Jährige absolviert derzeit eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel im Bremerhavener Elektro-Fachgroßhandel Berding. Als Jobreporter schildern Malte Schriefer und Azubi-Kollegin Katharina Schneider Einzelheiten der Ausbildung.
Katharina Schneider hat vor vier Wochen ihre Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel begonnen. „Mein erster Bereich, in dem ich mich gerade befinde, ist das Lager“, sagt die 23-Jährige. „Hier arbeite ich etwa die ersten sechs Monate während der dreijährigen Ausbildungszeit.“ Und hier lerne sie genauer die Waren kennen, die von Wohnraumleuchten, über Haushaltsgeräte bis hin zur Rundfunk- und Kommunikationstechnik reiche.
Außerdem lernt sie unter anderem, wie Waren verteilt und für die Kunden zusammengestellt werden. „Es ist wichtig, dass wir uns mit den Waren auseinandersetzen, um einen guten Überblick über die Produkte zu bekommen“, betont die Auszubildende.Allein im Lager gäbe es rund 250 Produkte von verschiedenen Firmen, sagt Ausbildungsleiter Marcel Scherb dazu. „Im Lager können unsere Auszubildenden die Aufteilung der vielen Produkte schon einmal anfühlen, bevor sie später ihren nächsten Arbeitsbereich an der Kundentheke kennen lernen.“
Katharina Schneider verrät: „Ein wenig aufgeregt bin ich jetzt schon wegen dem Kundenkontakt.“ Und damit sie später den Kunden gut weiterhelfen könne, versuche sie sich jetzt im Lager so gut wie möglich mit den Produkten auseinander zu setzen.„Die Firma bietet regelmäßige Schulungen an, in denen uns die technischen Neuheiten vorgestellt werden“, berichtet Malte Schriefer. Dabei lernten die Azubis auch den Umgang mit den Produktkatalogen kennen. „Wegen der Produktbreite, mit der ein Azubi in den einzelnen Arbeitsbereichen, wie Einkauf und Telefonverkauf, in Berührung kommt, hat man am Ende seiner Ausbildung viele Grundlagen im Bereich Technik dazugelernt“, meint Scherb.
Das kann Malte Schriefer nur bestätigen. „Aber für die Ausbildung und als künftiger Kaufmann in dieser Branche sollte man schon eine gewisse Neugier gegenüber dem technischen Fortschritt haben.“Mit der Buchhaltung habe der Kaufmann-Azubi während seiner Lehrzeit weniger zu tun, weil diese ausgelagert und somit ein gesonderter Bereich sei, weiß Scherb. „Dennoch kann es nicht schaden, wenn man sich mit der Prozentsatz- und der Dreisatzrechnung auskennt.“Abschluss der Höheren Handelsschule oder mindestens ein guter Realschulabschluss sowie gute Noten in Deutsch, Mathe, Rechnungswesen und Naturwissenschaft und Technik sind Voraussetzungen für die Ausbildung.
11. Mai 2007
Aus der Serie rund um Job & Ausbildungs “Perspektiven“:
Ausbildung zum Mediengestalter bei „Kleingedrucktes“: Schwerpunkt auf Druck und Weiterverarbeitung.
Wer als Mediengestalter beruflich tätig sein möchte, sollte Computerkenntnisse besitzen. „Und Spaß an der Arbeit am PC haben“, meint Arne Jahns, Auszubildender in der Bremerhavener Firma „Kleingedrucktes“. Seine Azubi-Kollegin Daniela Hansen fügt hinzu: „Kreativität ist auch gefragt.“ Als Jobreporter berichten die beiden künftigen Mediengestalter, was sie innerhalb ihrer Ausbildung lernen.
Alles Gedruckte, Les- und Sichtbare ist das Ergebnis ihrer Arbeit. „Wir drucken zum Beispiel Bücher, Broschüren, Handzettel, Plakate oder Hochzeitskarten“, sagt Arne Jahns. Für den 19-Jährigen hat kürzlich das dritte – und somit letzte – Ausbildungsjahr begonnen. „Die meisten Aufträge bekommen wir von Firmen.“ Die bereits fertig gestalteten Druckaufträge kämen von Design-Agenturen. „Bei Privatkunden kommt es schon eher vor, dass wir Einfluss auf die Gestaltung haben“, erzählt die 19-jährige Daniela Hansen, die sich im ersten Lehrjahr befindet.
„Den jeweiligen Entwurf legen wir dann dem Kunden vor, der Änderungsvorschläge machen kann.“ Martin Schuster, Chef der beiden Azubis, berichtet dazu: „Der gestalterische Anteil ist aber eher gering, deshalb bilden wir verstärkt in den Bereichen Medienoperating und Medientechnik aus.“ Das bedeute, dass der Ausbildungsinhalt mehr auf den Druck und die Weiterverarbeitung spezialisiert sei.Die Hauptarbeit finde am Computer statt, sagt Arne Jahns. Und das sei eine Herausforderung, betont Daniela Hansen. „Denn es gibt viele Programme für die Datenverarbeitung von Kunden und für die verschiedenen Grafiken sowie Layouts.“
Arne Jahns fasst zusammen: „Generell besteht unsere Arbeit aus dem Datenhandling und der Gestaltung am PC, der späteren Druckvorbereitung und die damit zusammenhängenden technischen Hintergründe.“Somit lernen die Azubis nicht nur den Umgang mit verschiedenen PC-Programmen kennen. Sie bedienen zudem Arbeitsgeräte wie große Kopier-, Druck-, Laminier- und Buchbindermaschinen sowie Filmbelichter und Entwickler. Und an der Schneidemaschine sei handwerkliches Geschick gefragt. „Wenn man für ein Plakat das Layout gemacht und ausgedruckt hat, folgt davon der so genannte Endbeschnitt auf einer Schnittplatte“, schildert Daniela Hansen.
Voraussetzung für die Ausbildung zum Mediengestalter ist Abitur oder mindestens ein guter Realschulabschluss sowie gute Deutsch- und Mathekenntnisse. „Dreisatz und Prozentrechnung sollte man beherrschen“, weiß die 19-jährige Auszubildende, die vor ihrer Ausbildung für zwei Jahre in Cuxhaven die Fachoberschule für Gestaltung besucht hat. Kollege Arne Jahns absolvierte zuvor ein Berufsgrundbildungsjahr Fachschule Medien. „Während der Ausbildung findet der Berufsschulunterricht an den Gewerblichen Lehranstalten statt“, berichtet er. „Farblehre, Schriftbild und fiktive Kundenaufträge stehen hier unter anderem auf dem Lehrplan.“Weitere Infos zum Ausbildungsberuf Mediengestalter gibt es unter www.avmedien-bremerhaven.de.
11. Mai 2007
Aus der Serie rund um Job & Ausbildungs “Perspektiven“:
Für Glaser ist körperliche Fitness wichtig – Viele Arbeiten werden vor Ort erledigt.
Glaser ist kein Beruf für Menschen, die körperlich nicht fit sind oder Höhenangst haben, betont Tayfun Serbest. Der 19-Jährige ist Auszubildender im Bremerhavener Unternehmen Glasbau Fliegel. Als Jobreporter für das SJ und künftiger Glaser unterstreicht er: „Der Beruf ist körperlich anstrengend.“
Glaser arbeiten hauptsächlich in den Bereichen Glas, Fenster-, Türen-, Glasfassaden- und Innenausbau. Die Tätigkeit wird somit an verschiedenen Orten an und in Gebäuden ausgeführt. „Je nach Auftrag arbeiten wir entweder zu zweit oder im Team und in Kooperation mit anderen Gewerken“, weiß Tayfun inzwischen, der sich im ersten Ausbildungsjahr von insgesamt drei Lehrjahren befindet. „Wir nehmen die Maße, bestellen die entsprechenden Scheiben bei einer zuständigen Firma und setzen sie später ein, nachdem wir die alten ausgebaut haben.“ Glaserkollege Frank Kretschmann fügt hinzu: „Es gibt so um die 50 verschiedene Glasarten, und mit denen muss man sich auskennen. Denn alles, was wir an Glas selber bearbeiten und schneiden können, schneiden wir auch selber in der Werkstatt maschinell zurecht oder bessern aus.
“In der Werkstatt halten sich die Glaser allerdings selten auf. Verglasungs- und Versiegelungsarbeiten an Duschzellen, Wintergärten, Geschäften, Wohnhäusern oder das Schleifen von Spiegeln oder Glaslochbohrungen beispielsweise an Vitrinenglastüren werden meist direkt beim Kunden vor Ort erledigt. Und das sei es, was Tayfun an dem Beruf besonders reize. „Wir sind immer unterwegs – heute in Bremerhaven und morgen beispielsweise in Bremen.“Es könne auch vorkommen, dass die Mitarbeiter für drei Monate mit Arbeiten auf einem Schiff in Bremerhaven, Hamburg oder Rendsburg beschäftigt seien, sagt Kretschmann. Oder bei Dachverglasungen in luftiger Höhe.Schwindelfrei müsse ein Glaser daher sein. „Und er muss mitdenken können, in Mathe einigermaßen fit, handwerklich geschickt und teamfähig sein“, betont Tayfun. Je größer und schwerer das Glasobjekt sei, desto mehr Mann müssten mit anpacken und koordinieren können.
„Im Extremfall kann eine große Scheibe bis zu 500 Kilogramm wiegen, die mit Hilfe eines Krans gehoben wird“, weiß Kretschmann. Aber der Durchschnitt liege zwischen 20 und 50 Kilogramm. „Das kann schon in die Knochen gehen“, meint der Auszubildende Tayfun dazu, der während seiner Ausbildung nicht nur mit Glas umzugehen lernt, auch mit Arbeitszubehör wie Versiegelungsspritze, Hammer, Zange, Akkuschrauber und dem Klotzholz zum Verklopfen der Fenster.Das Einbauen von Fensterrahmen übernehmen meist Tischler und Schlosser. Gelegentlich meistern diese Aufgabe aber auch die Glaser, die stets sauber arbeiten müssen. „Denn alles, was wir machen, ist sichtbar“, betont Kretschmann.„Und ohne vorab ein Praktikum in diesem Bereich gemacht zu haben, sollten Interessierte erst gar nicht mit einer Ausbildung zum Glaser anfangen“, rät Tayfun.
11. Mai 2007
Auf den Baustellen ist handwerkliche und körperliche Arbeit angesagt. Handwerkliche und körperliche Arbeit stehen in dem Beruf Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ganz oben auf der Liste. „Und dazu sollte man schon richtig Lust haben“, sagt Eugen Prib. Der 21-Jährige ist Auszubildender in der Firma Rodiek und stellt als Jobreporter sein Tätigkeitsfeld vor.
Morgens um sieben Uhr ist Dienstbeginn: Gearbeitet werde überwiegend auf Baustellen, berichtet Eugen. „Aber auch bei privaten Kunden, bei Umbau- und Sanierungsarbeiten sind wir im Einsatz“, fügt sein Chef Helmut Rodiek hinzu.Doch egal ob Alt- oder Neubau, logisches Denken, um Zusammenhänge schnell zu erkennen, sei stets gefragt, weiß Eugen. „Auch in Mathematik sollte man zumindest die Grundlagen beherrschen, weil auf den Baustellen je nach Installierungsart Maß genommen und später auf die Rohrleitungen übertragen werden muss.“
Zu 90 Prozent sei der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik vor Ort mit Aufgaben wie dem Zurechtschneiden von Rohren beschäftigt: Die Anbringung von Solaranlagen und die Montierung sowie Demontierung von Rohrleitungen, Kanälen und versorgungstechnischen Anlagen gehören unter anderem mit zum Aufgabenfeld.Vorrangig sei eher die handwerkliche Arbeit. „Aber auch körperlich sollte man fit sein“, betont der künftige Anlagenmechaniker, der ab August zwei Jahre der insgesamt dreieinhalbjährigen Ausbildung hinter sich hat. „Badewannen oder Heizkörper müssen beispielsweise in den dritten Stock geschleppt werden oder andere Gegenstände, die bis zu 50 Kilogramm wiegen.
Rodiek meint dazu: „Früher waren Guss-Heizkörper gängig, heute gibt es andere, die glücklicherweise leichter sind.“ Ähnlich sei es mit Badewannen, Toiletten- und Waschbecken. „Die sind heutzutage nicht mehr so schwer“, bemerkt Rodiek.Trotz körperlicher Arbeit sei der Beruf vielseitig, sagt Eugen. „Mal geht es um eine Solaranlage, beim nächsten Mal dreht es sich dann um Heizungen.“ Außerdem könne man selbständig arbeiten und je nach Auftrag selber entscheiden, wie man etwas angehe. „Wer sich für den Beruf interessiert, sollte auf jeden Fall ein Praktikum vorab machen“, empfiehlt Eugen. Voraussetzung ist ein Realschulabschluss oder mindestens ein guter Hauptschulabschluss.
11. Mai 2007
Dennis Kebernik will Einzelhandelskaufmann im Langener Baumarkt „Obi“ lernen. In der Gartenabteilung des Langener Baumarktes „Obi“ gefällt es Dennis Kebernik richtig gut. Seit kurzem hilft der 19-Jährige dort aus und hofft darauf, im nächsten Jahr eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei Obi beginnen zu können. Als Jobreporter berichtet er, worauf es in dem Beruf ankommt.
Speziell in der Gartenabteilung müsse man schon selbstständig Dinge wie einen Rasenmäher und Gartenmöbel zusammenbauen können, weiß Dennis, der bis vor kurzem noch Schüler des einjährigen Berufsfeldorientierungskurses war. Währenddessen hatte er bereits ein Praktikum in der Gartenabteilung des Baumarktes absolviert.Die Mitarbeiter sieht Dennis nicht mehr als Fremde, sondern als nette Kollegen.
„Es gibt immer einen, den man ansprechen kann, wenn man nicht weiter weiß“, sagt der 19-Jährige, der schon einiges gelernt hat: Namen einiger Pflanzen, Aufbauen von Waren der Campingabteilung und die Preisauszeichnung. Auch Kunden habe er schon beispielhaft beraten können, berichtet Obi-Teamleiter Udo Hey. „Gute Umgangsformen sollten vorhanden sein“, sagt er. „Freundlichkeit gegenüber Kunden und Teamfähigkeit zählen neben einem guten Hauptschulabschluss – mindestens – zu den Voraussetzungen für den Beruf.“
Obi-Mitarbeiterin Romana Timme unterstreicht: „Man handelt immer zur Zufriedenheit des Kunden. “Während der dreijährigen Lehrzeit durchläuft der Auszubildende alle Bereiche, darunter Lager, Holz, Sanitär, Baustoffe, Maschinen, Kasse und Farben. „Zu 70 Prozent lernt der Auszubildende einen Hauptbereich kennen, in dem er nach der Ausbildung überwiegend beschäftigt sein wird“, sagt Romana Timme. Hey fügt hinzu: „Aber der Einzelhandelskaufmann muss bereit sein, bei Bedarf auch mal in einem Nebenbereich einzuspringen.“Nach der Ausbildungszeit steht eine Sechs-Tage-Arbeitswoche auf dem Programm.
„Ein weiteres Handicap ist das Arbeiten bis in die Abendstunden hinein“, bemerkt Romana Timme. Dass man dies als Einzelhandelskaufmann in Kauf nehmen müsse, leuchtet Dennis ein. Schließlich hätten Baumärkte lange Öffnungszeiten, betont er und empfiehlt Jugendlichen, die Interesse an dem Beruf haben, vorab ein Praktikum in dem entsprechenden Unternehmen zu machen. „Denn ein Praktikum ist mittlerweile der Einstieg in den Beruf“, sagt Hey.
11. Mai 2007
Christian Lingenberg als SJ-Jobreporter im Hafen bei Eurogate. „Boah, ist das groß.“ Christian Lingenberg steht staunend vor dem Reifen, hinter dem er sich mühelos verstecken könnte. Der 17 Jahre alte Realschüler möchte Kfz-Mechatroniker werden und hat die Chance ergriffen, sich bei Eurogate „hautnah“ ein Bild von diesem Beruf zu machen. Als SJ-Jobreporter darf er sogar auf dem Fahrersitz eines Vancarriers Platz nehmen.
„Echt cool“: Christian findet die Aussicht auf den Containerterminal aus mehr als zehn Metern Höhe beeindruckend. Rolf Böttinger, Ausbildungsleiter in der Lehrwerkstatt, ist mit in die Führergondel gestiegen und erläutert dem 17-Jährigen jetzt die Technik des „Riesen“.„Kfz-Mechatroniker ist ein sehr anspruchsvoller Beruf geworden. Die Zeiten und vor allem die Technik ändern sich. Schmutzig macht sich hier nur selten jemand“, sagt Böttinger und zeigt auf die Auszubildenden, die gerade vor einem Computer sitzen.
Fehler schnell finden. Neben einem Realschulabschluss ist Technisches Interesse Voraussetzung, denn ein Mechatroniker muss Fehler schnell finden und die Ursachen auch verstehen, um sie beheben zu können. Christian möchte am liebsten schrauben, Sachen auseinander und wieder zusammenbauen. Daher überrascht ihn die Arbeit bei Eurogate. „Hier läuft fast alles über den Computer. Ich habe mir das ganz anders vorgestellt“.Die Azubis arbeiten gemeinsam an verschiedenen Projekten, die schließlich am Computer präsentiert werden.
Aber auch das Reparieren der firmeneigenen Fahrzeuge gehört zum Arbeitsalltag. „Unsere Lehrlinge entwickeln und arbeiten an Dingen, die nicht weggeschmissen, sondern im Unternehmen weiter verwendet werden können“, betont Böttinger.„Alles viel moderner“Christian hat der Tag bei Eurogate gefallen und ihn in seinem Berufswunsch bestärkt: „Bei Eurogate ist alles viel moderner als in dem Betrieb, in dem ich schon einmal ein Praktikum gemacht habe“, meint Christian. Wenn er seinen Abschluss in der Tasche hat, möchte er sich bewerben.
Von Asli Kacinas, Sonntagsjournal
11. Mai 2007